liebevolle Betreuung für Kinder von 1-3 Jahren

1. Einleitung

 

Als ich im Jahr 2005 mit der Arbeit als Tagesmutter begonnen habe, war dies für mich eine völlig neue Herausforderung. Ich war gerade Oma von einer süßen kleinen Enkeltochter geworden und konnte mir einen solchen Trubel in unserem Haus gut vorstellen.

 

Mit jedem Tag, den ich nun mit meinen Tageskindern verbringe, empfinde ich es als eine wundervolle Aufgabe, mit an der Entwicklung und Förderung der Kinder beteiligt zu sein. Es ist schön zu sehen, wie sie Fortschritte machen und es ist ein gutes Gefühl zu wissen, wie man als Tagesmutter positiv auf die Kinder einwirken kann.

 

Heute ist es mein Anliegen, die Eltern dabei zu unterstützen, dass ihre Kinder fröhliche, ausgeglichene und vor allem selbstständig handelnde kleine Menschen werden.

 

Ich bin froh, diesen Beruf ausüben zu dürfen. Denn es gibt nichts schöneres, als in ein fröhliches Kindergesicht zu sehen und ein helles Kinderlachen zu hören. Solche Situationen machen mich immer wieder stolz und glücklich.

 

Ich betreue in meinem Haus bis zu fünf Kinder im Alter von ein bis drei Jahren.

 

Vor allem durch diese geringe Gruppenstärke ist es möglich, intensiver auf jedes einzelne Kind einzugehen. Denn jedes Kind hat seine eigenen Interessen und Neigungen, die durch eine Tagespflege individueller wahrgenommen und gefördert werden können. Dabei habe ich die Möglichkeiten und die entsprechende Zeit dafür, auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes einzugehen.

 

Ich möchte den Kindern in der Zeit, in der sie bei mir sind, optimale Bedingungen bieten, sich frei zu entwickeln und spielerisch zu lernen.

 

Vor allem aber ist es mein Anliegen, dass sie sich wohl und geborgen fühlen.

 

2. Das Umfeld

 

Die Tagespflegestelle befindet sich in einem Einfamilienhaus in Zwenkau, dass von meinem Mann und mir bewohnt wird.

 

Ein 19 m² großes Zimmer in der ersten Etage steht den Kindern als Spiel- und Ruheraum zur Verfügung. Im Zimmer befindet sich eine große Kuschelecke, die von den Kindern einerseits als Ruhepool aber auch zum Toben und Hüpfen genutzt wird.


Den angrenzenden Flur haben sich die Kinder auch mit als Spielfläche erobert und dehnen ihr Spiel gern dahin aus.

 

Die Treppe nach oben sowie nach unten ist durch Schutzgitter gesichert und die Kinder können sich gefahrlos im Haus bewegen.

 

Im Erdgeschoß befindet sich ein geräumiges Bad, in dem jedes Kind sein eigenes Töpfchen hat, aber auch mit einer kleinen Bank selbst die Toilette und das Waschbecken benutzen kann.

 

Die Handtücher und die Zahnbürsten sind für die Kinder gut erreichbar. So können sie lernen selbständig das Bad zu nutzen.

 

Aber auch für die ganz Kleinen steht noch ein Wickeltisch zur Verfügung.

 

In der Küche haben die Kinder einen kleinen Tisch mit Stühlchen, an dem sie eigenständig ihre Mahlzeiten einnehmen können. Im Sommer kann das aber auch auf der großen Terrasse im Freien geschehen.

 

Da die überdachte Terrasse sich vor unserem Hauseingang befindet und auf den Hof führt können sich die Kinder den ganzen Tag an der frischen Luft aufhalten. Selbst bei schlechtem Wetter bietet die Terrasse viel Platz, um im Freien zu spielen.

 

Über den Hof, auf dem sich die Kinder mit Dreirädern und Bobbycars austoben können, führt ein Weg in den Garten. Dort haben die Kinder vielfältige Möglichkeiten zum Spielen. Ein Kletterturm lädt zum Klettern und Rutschen ein und in einem kleinen Spielhaus kann gekocht und gebacken werden. Selbstverständlich dürfen auch der Sandkasten und die Schaukel nicht fehlen. Auch die schattige Sitzecke unter den Tannen ist ein gemütliches Plätzchen.


 

Die Kinder dürfen auch gern die Kaninchen streicheln und füttern, die wir im Stall haben.

 

Sofern es das Wetter erlaubt, gehen wir aber auch in den nahe gelegenen Wald. Auch dort können sich die Kinder frei und ohne Zwänge bewegen und die Natur entdecken.

 

3. Eingewöhnung

 

Für das Kind ist es eine riesige Umstellung, plötzlich bei einem fremden Menschen abgegeben zu werden. Daher möchte ich mit einer sanften Eingewöhnung eine Bindung herstellen. In der Regel beginnt dies mit einem individuellen Treffen, bei dem nur eine Bezugsperson, das Kind und ich anwesend sind. Die Bezugsperson sollte sich dabei ein wenig zurückhalten und das Kind nicht animieren. Dadurch hat es die Möglichkeit alles zu entdecken und sich evtl. auch mit mir zu beschäftigen.

 

In der nächsten Phase kann es auch die anderen Kinder kennen lernen und mit ihnen spielen. Dies erfolgt aber erst, wenn das Kind schon Vertrauen zu mir gefasst hat.

 

Später wird die Bezugsperson das Kind für einen kurzen Zeitraum abgeben, der sich dann immer mehr verlängert. Das Tempo dabei bestimmt das Kind.

 

In der Regel sollte dies in einem Zeitraum von zwei Wochen geschehen.

 

4. Bildungsarbeit

 

Ein Leitfaden meiner Arbeit ist der sächsische Bildungsplan.

 

Er bietet Anregungen und Hilfe zur Förderung der Kinder in den verschiedenen Bereichen der Bildung.

 

Somatische Bildung (Körper, Bewegung, Gesundheit, Wohlbefinden)

 

z.B.: Frühzeitig üben wir den Umgang mit unserem Körper. Sei es beim Waschen und Zähneputzen. Beim Hüpfen und Rennen oder auch nur mal sich ein wenig auszuruhen.

 

Soziale Bildung (Vertrauen, Konfliktfähigkeit, Kooperationsfähigkeit)

 

z.B.: Konflikte lasse ich die Kinder möglichst untereinander lösen. Ich greife nur ein, wenn sie sich verletzen könnten.

 

Die Kinder helfen sich gern gegenseitig. Beim An- und Ausziehen zum Beispiel. Oder sie trösten, wenn jemand weint.

 

Kommunikative Bildung (Gestik, Mimik und Sprache im Dialog)

 

z.B.: Wenn sich ein Kind schlecht fühlt oder einfach nur seine Ruhe haben möchte, kann es auch durch Gesten mitteilen, wie es ihm geht. Auch die Kleinen können schon untereinander diese Kommunikation lernen und verstehen.

 

Ästhetische Bildung (Musik, Tanz, künstlerisches Gestalten)

 

z.B.: Singen und Musik gehören in unserem Alltag mit dazu. Gern erfinden die Kinder dabei auch ihre eigenen Lieder.

 

Auch malen und basteln macht ihnen riesigen Spaß. Wie z.B. im Sommer mit Händen und Füßen Fingermalfarbe ganz kreativ auf Tapetenrollen zu verteilen.

 

Naturwissenschaftliche Bildung (Natur, Ökologie, Technik, Beobachten, Experimentieren)

 

z.B.: Wenn wir im Wald spazieren gehen, gibt es viel zu entdecken. Wir beobachten ein Eichhörnchen oder schauen uns an, wie eine Schnecke sich fortbewegt.

 

In unserer Entdeckertasche haben wir auch eine Becherlupe. Damit können wir ganz kleine Käfer genau betrachten.

 

Mathematische Bildung (Entdecken von Regelmäßigkeiten, Zahlenverständnis, Messen, Wiegen, Vergleichen)

 

z.B.: Als wir im Wald unterwegs waren, haben die Kinder festgestellt, dass es große und kleine Bäume gibt. Um das zu beweisen haben wir die Bäume umfasst. Bei der großen Eiche war das nur möglich, wenn sich alle Kinder an den Händen hielten.

 

Kinder entscheiden selbst, was sie lernen wollen.

 

Es ist unsere Aufgabe ihnen die Möglichkeiten (Umgebung, Material, Freiraum, Aufmerksamkeit) zum Lernen anzubieten, ihnen Halt und Zuwendung zu geben, damit sie starke Persönlichkeiten werden können.

 

4. Die Ernährung

 

Zum Heranführen an eine gesunde Lebensweise gehört vor allem die gesunde Ernährung.

 

Kinder können nicht früh genug damit konfrontiert werden. Denn so wie wir es ihnen vorleben, so werden sie es in den Folgejahren weiterführen.

 

In meiner Tagespflege werden die Mahlzeiten täglich frisch zubereitet. Toll für die Kinder ist es, wenn sie in die Vorbereitungen mit einbezogen werden. Es schmeckt gleich viel besser, wenn sie die Wurst für die Nudeln selbst in Würfel schneiden oder die Quarkspeise allein angerührt haben. Wobei auch mal gekostet werden muss.

 

Im Laufe des Tages gibt es immer ausreichend Obst. Selbst wenn wir unsere Spaziergänge machen, nehme ich z.B. eine Dose mit Apfelstücken mit.

 

Selbstverständlich gibt es auch bei mir ab und zu mal ein paar Gummibärchen nach dem Essen oder zum Vesper ein Stück Kuchen oder Feingebäck. Wenn das Essen über den Tag hinaus ausgewogen genug ist, dann schadet das überhaupt nicht. Süßigkeiten werden aber trotzdem immer in Maßen gereicht. Es liegt heute schon in unserer Macht zu verhindern, dass unsere Kinder später einmal übergewichtig sind.

 

5. Zusammenarbeit mit den Eltern

 

Für das Wohlergehen und eine optimale Förderung des Kindes ist es mir wichtig, einen guten Kontakt zu den Eltern zu haben. Gemeinsame Feste, wie Sommerfest oder Weihnachtsfeier, tragen dazu bei sich auszutauschen und Vertrauen zu schaffen. Gleichzeitig erhalten die Eltern einen Einblick in die Arbeit mit den Kindern. Dabei freue ich mich über Anregungen, Wünsche und ein offenes Wort.

 

Aber auch die Tür- und Angelgespräche sind ein fester Bestandteil in meiner Tagespflege. Denn auch dadurch werden beide Seiten über das Wohlbefinden des Kindes informiert.

 

Bevor die Kinder dann den Kindergarten besuchen, machen wir noch eine gemeinsame Abschlussfeier. Dabei erhalten alle ein Portfolio, in dem sich die in den Jahren gesammelten Werke der Kinder und die mit Fotos belegten Erinnerungen an die Zeit bei mir befinden.

 

6. Zusammenarbeit mit der Stadt

 

Die Tagespflege wird von der Stadt Zwenkau gefördert und ist im Bedarfsplan aufgenommen. Die Kosten für die Unterbringung in Tagespflege sind daher gleich wie in der Kita.

 

Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist sehr gut und es findet ein regelmäßiger Informationsaustausch statt.